Die Autonomie der Tarifpartner ist gesetzlich garantiert, solange das Ergebnis dem Wohl der Wirtschaft und der Arbeitnehmer dient. Die abgeschlossenen Vereinbarungen sind verbindlich und werden von allen Mitgliedern der Arbeitgeberorganisation angewendet (es sei denn, die Organisation bietet eine Mitgliedschaft ohne verbindliche Verpflichtung zur Anwendung des Vertrages an). Die Vereinbarungen betreffen alle Gewerkschaftsmitglieder in einem Unternehmen; in der Praxis werden sie in der Regel auf alle Arbeitnehmer eines Unternehmens angewendet, die Unterfinanzierung der Kranken- und Altenpflegeversicherung und der Arbeitskräftemangel in diesem Sektor veranlassten den Arbeitsminister, einen vorläufigen Expertenausschuss für Pflege zu schaffen. Eines der Ergebnisse des Ausschusses war die Notwendigkeit, die Arbeitsbeziehungen im privaten Pflegesektor zu verbessern. Als Reaktion darauf gründeten einige Sozialverbände eine neue Arbeitgeberorganisation, die bereit ist, einen Branchentarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di zu unterzeichnen. Im November verabschiedete die Regierung ein Gesetz zur Verbesserung der Löhne im Pflegesektor, das den Erweiterungsmechanismus klarstellt – Arbeitgeberorganisationen, die kirchenrechtliche Sendeanträge anwenden, müssen vor einer Verlängerung konsultiert werden – und eine permanente Mindestlohnkommission für den Pflegesektor einrichtet, die über die Erhöhung der Mindestlöhne sowohl für Hilfs- als auch für Facharbeiter entscheiden soll. Darüber hinaus wird die bezahlte Ausbildungszeit auch durch Betriebsvereinbarungen von Arbeitgebern und Betriebsräten gewährt. Diese Form wird am häufigsten im öffentlichen Sektor und in großen Unternehmen umgesetzt. Quelle: Tarifpolitischer Jahresbericht 2018, WSI-Tarifarchiv, S. 11. Die Arbeitszeit ist nach dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) auf der Grundlage der europäischen Regelung geregelt. Das ArbZG gilt nicht für Beamte (die durch Verordnungen des Bundeslaenders abgedeckt sind), Arbeitnehmer im Verkehrssektor (die durch andere nationale, europäische oder internationale Vorschriften abgedeckt sind), Arbeitnehmer in liturgischen Diensten (kirchenrechtlich) und Selbständige (keine Regelung). Das ArbZG kann über Tarifverträge und – unter der Bedingung einer Öffnungsklausel im Tarifvertrag – über Betriebsverträge ausgeschlossen werden.

Ist weder ein Tarifvertrag noch ein Betriebsrat vorhanden, so kann sich der Arbeitgeber an die öffentliche Hand wenden, um von der ArbZG abzuweichen. Sie kann in dringenden Fällen gewährt werden. Neue Verhandlungsrunden können beginnen, wenn ein Tarifvertrag ausgelaufen ist.