Frühere Studien haben vor allem den Einfluss einzelner Merkmale auf das Überleben betont. Zum Beispiel scheint eine niedrigere kognitive Leistung zum Zeitpunkt der Diagnose mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko bei Demenz in mehreren Studien zusammenzuhängen.23,24 Eine schwedische Bevölkerungsstudie zeigte, dass allein leben das Überleben bei älteren Menschen um 0,6 Jahre verkürzte.25 Eine 15-jährige Nachbeobachtungsstudie mit Demenz, die mit Cholinesterase-Hemmern behandelt wurde, zeigte, dass eine beeinträchtigte tägliche Funktion und eine größere Anzahl von Medikamenten mit einem kürzeren Überleben nach der AD-Diagnose verbunden sind.26 Eine 15-jährige Nachbeobachtungsstudie mit Demenz, die mit Cholinesterase-Hemmern behandelt wurde, zeigte, dass eine beeinträchtigte tägliche Funktion und eine größere Anzahl von Medikamenten mit einem kürzeren Überleben nach ad Ad-Diagnose verbunden sind.26 Ältere Menschen mit und ohne Demenz sind gebrechlich27,28 und Multimorbidität.29 Frühere Studien auf Basis von SveDem-Daten zeigten auch einen Zusammenhang zwischen Demenz-Subtypen außer AD und Sterblichkeit,20 sowie einen Zusammenhang zwischen Mortalität und niedrigem Body-Mass-Index.30 Trotz dieser umfangreichen Untersuchungen von Risikofaktoren für die Sterblichkeit bei Demenz ist die prognostische Leistung multivariabler Vorhersagemodelle für das Überleben bei Demenz selten untersucht. In der vorliegenden Studie verwendeten wir SveDem-Daten, um die Leistung (d. h. den prognostischen Wert) eines Vorhersagemodells für das Überleben auf der Grundlage routinemäßig gesammelter Daten zu bewerten. Unsere Modelle hatten eine gute Vorhersagegenauigkeit, wie die Kalibrierdiagramme zeigen, und die diskriminative Fähigkeit der Modelle schien bescheiden, aber vergleichbar mit denen anderer klinischer Vorhersagemodelle wie dem Framingham Coronary Heart Disease Score.31,32 Die hohen Schrumpfungsfaktoren und der geringe Optimismus im Bootstrapped Harrell c Index zeigten auch, dass unsere entwickelten Modelle bei schwedischen Menschen mit Demenz gut abschneiden. Wir gehen davon aus, dass unsere Ergebnisse für Menschen mit Demenz in anderen westeuropäischen Ländern, insbesondere in Ländern mit ähnlichen Bevölkerungsstrukturen und Gesundheitssystemen, relativ verallgemeinerbar sind. Unterschiede in Alter der Bevölkerung, Bildungsniveau und ethnischer Zusammensetzung zwischen den Ländern können jedoch die Leistung unseres Modells beeinträchtigen. Daher wird empfohlen, das Vorhersagemodell neu zu kalibrieren, bevor es in anderen Einstellungen angewendet wird, da unser Modell noch nicht extern validiert wurde. Um ein prägnantes Werkzeug zur Verfügung zu stellen, haben wir uns entschieden, in unsere Risikotabellen nur die Prädiktoren aufzunehmen, die als am wichtigsten in unserer Stichprobe gefunden wurden.

Die Prädiktoren, die nicht in unseren Risikotabellen enthalten waren, d. h. die Lebenssituation und die Anzahl der Drogen, können in anderen Populationen einen wesentlich prädiktiveren Wert haben. Daher ist die externe Validierung wichtig, und zukünftige Studien können von der Einbeziehung aller in Tabelle 3 aufgeführten Variablen profitieren, da alle als signifikante Überlebensvorhersager erwiesen wurden. SveDem ist die weltweit größte Kohorte von Menschen mit Demenz, einschließlich aller Gedächtniskliniken und 75 % der Primärversorgungseinrichtungen in ganz Schweden. Daher ist dies eine der bisher größten Studien zur Untersuchung des Überlebens bei Demenz. Stärken im Vergleich zur vorherigen SveDem-Studie zum Überleben20 sind die Einbeziehung von Patienten, die in die Primärversorgung eingewiesen wurden, umfassende Informationen über die Komorbiditätsbelastung und genauere Informationen über die Anzahl der Medikamente. Darüber hinaus haben wir durch die Umwandlung von HRs in Risikotabellen mit 3-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeiten eines der ersten Instrumente geschaffen, um das Überleben von Menschen mit Demenzdiagnosen zu schätzen und die Entscheidungsfindung in der klinischen Praxis zu unterstützen. Eine weitere Stärke dieser Studie ist das breite Spektrum von Demenz-Subtypen, die in SveDem unterschieden wurden. Solche detaillierten Informationen werden selten in Studien zur Beurteilung des Überlebens bei Demenz gefunden, und wenn diese Informationen verfügbar sind, sind Gruppen von Patienten mit weniger häufigen Demenzarten oft zu klein für aussagekräftige Subgruppenanalysen. Obwohl unsere Studienpopulation die schwedische Bevölkerung mit einer klinischen Diagnose von Demenz genau widerspiegelt, sollte angemerkt werden, dass Demenz allgemein als stark unterdiagnostiziert bekannt ist.21 Laut bevölkerungsbasierten Studien deckt SveDem schätzungsweise 38 % der gesamten Bevölkerung mit Demenz in Schweden ab.22 Die Feststellung von Todesdaten, medizinischen Diagnosen und Medikamenten durch nationale Register ermöglichte eine vollständige Nachbeobachtung und eliminierte das Risiko von Attrition und Rückruf.